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Schiedsrichter Johannes von Mandach konsultiert beim Spiel zwischen Luzern und GC den Videobeweis.Bild: keystone
Diese Szene des Schweizer Fussball-Wochenendes wird wohl noch länger für Diskussionen sorgen. Luzern gegen GC, die Hausherren aus der Zentralschweiz führen mit 1:0, da zeigt Schiedsrichter Johannes von Mandach zum zweiten Mal innert kürzester Zeit nach Video-Konsultation auf Anraten von VAR Luca Cibelli auf den Punkt. Bei diesem zweiten Mal – kurz zuvor verschoss Luzern schon einen Handelfmeter – soll ein Handspiel von GC-Verteidiger Dirk Abels zum Elfmeter geführt haben.
Allerdings ist nicht klar, ob tatsächlich ein Handspiel stattgefunden hat. Abels erklärt nach dem Spiel: «Der Ball ging an meine Hüfte.» Und TV-Bilder aus einer neuen Einstellung, die erst nach dem Entscheid gezeigt wurden, scheinen diese Aussage zu bestätigen.
Der Ball landet wohl an der Hüfte von Dirk Abels und nicht an der Hand.Bild: screenshot blue
Das Problem an der Sache: Schiedsrichter von Mandach hat selbst gar nichts gesehen, wie er im Interview bei Blue Sport nach der Partie erklärt: «Auf dem Platz habe ich nichts wahrgenommen. Am Bildschirm habe ich gesehen, dass der Arm des Spielers ausgefahren war und er so seine Körperfläche vergrössert. Der Ball war in der Nähe, aber man hat auf den Bildern, die ich erhalten habe, nicht gesehen, ob der Ball wirklich am Arm ist oder nicht.»
Das könne manchmal passieren, erklärt von Mandach. Die TV-Bilder seien oft besser, als die, die sie auf dem VAR-Monitor zu sehen kriegen. Diese seien sehr verzerrt. Wie ging es also weiter? Der Schiedsrichter klärt auf:
«Ich habe beim VAR nachgefragt, ob der Ball wirklich an der Hand war. Er hat mir versichert, dass er bessere Bilder am TV gesehen hat, die zeigen, dass der Ball klar an der Hand war. Diesem Urteil habe ich vertraut, denn wenn der Ball mit diesem Bewegungsablauf die Hand berührt, ist es ein klares Handspiel.»
Die zwei Penalty-Szenen des Spiels im Video. Die zweite ist die, die für Diskussionen sorgt.Video: SRF
Von Mandach erklärt auch, warum er sich nicht mehr Zeit genommen habe: «Es war schnell klar, dass man den Fall mit den Bildern, die ich vor Ort verfügbar hatte, nicht hat auflösen können. Ich musste mich auf das Urteil des VAR verlassen und er hat mir mit Sicherheit bestätigt, dass er die anderen Bilder hatte. Dann nützt es auch nichts, wenn ich mir die Szene noch fünf oder sechs Mal anschaue.»
Die Spielberichte von gestern:
Bei den Grasshoppers war der Ärger entsprechend gross. Penalty-Verursacher Abels sprach vom «vielleicht grössten Witz meiner Karriere bis jetzt», GC-Trainer Schällibaum bezeichnete den Vorfall als «absoluten Fehlentscheid» und das Vorgehen von Schiedsrichter und VAR als «unprofessionell».
Unterstützung erhielt GC von Blue-Schiedsrichterexperte Bruno Grossen: «Ich sehe einfach nicht, dass der Ball die Hand berührt.» Er glaube, dass der Ball vom Oberschenkel des Spielers leicht abgelenkt werde. Und dann dürfe sich der VAR eben gar nicht einschalten: «Der VAR dürfte sich nur melden, wenn er zweifelsfrei einen Fehler des Schiedsrichters, also eine Berührung des Balls mit der Hand sieht. Ich sehe diese nicht. Ich verstehe diesen Entscheid nicht.»
Klar ist auch, dass GC zu diesem Zeitpunkt bereits 0:1 im Rückstand lag. Es gibt keine Garantie, dass die Zürcher das Spiel noch gedreht hätten. Doch der vermutete Fehlentscheid des Schiedsrichtergespanns in der 59. Minute machte die Aufgabe noch viel schwerer. Denn der FCL verwandelte den Penalty zum vorentscheidenden 2:0.
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